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Legende
Eva Lichtenberger


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Portrait

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Eva Lichtenberger
Geboren am 1.7.1954,
aufgewachsen in Matrei am Brenner
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Studium: Psychologie und Politikwissenschaft (Dr. phil.)
  • Neben dem Engagement für den Frauenlehrstuhl war sie Sprecherin der Bürgerinitiative "Haller Luft", ab Mitte der 80er Jahre beratendes Mitglied des Umweltausschusses der Stadt Hall. Die engagierte Verkehrs- und Umweltpolitikerin schaffte als Spitzenkandidatin 1989 den ersten Einzug der Grünen in den Tiroler Landtag. 5 Jahre war sie Klubobfrau und bekannt für ihre oppositionelle Haltunb in Transitfragen.
  • 1994 schaffte sie als Spitzenkandidatin über 10% (4 Mandate) und zog als erste Grüne Landesrätin in die Tiroler Landesergierung ein.
  • 1999 bis 2004 war Dr. Eva Lichtenberger Abgeordnete zum Nationalrat sowie Verkehrs- und Tourismussprecherin der Grünen. Daneben 2002-2003 als Vertreterin des österreichischen Parlaments im EU-Verfassungs-Konvent zur Zukunft Europas, 2003-2004 Mitglied des Österreich-Konvents zur Reformierung der Verfassung.
  • Seit 2004 Abgeordnete zum Europäischen Parlament. Als Mitglied des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr ist es ihr gelungen, die österreichische Verkehrsproblematik auf europäischer Ebene mitzugestalten. Als stellvertretendes Mitglied im Rechtsausschuss ist sie Vorreiterin im Kampf gegen die EU-Softwarepatentrichtlinie.
  • Von 2004 bis 2009 setzte sie sich als stellvertretendes Delegationsmitglied im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Mexiko sowie der "Parlamentarischen Versammlung Europa-Lateinamerika" aktiv für Frauen- und Menschrechte ein.
  • Seit 2004 ist sie Vizepräsidenten der Tibet Intergroup im Europäischen Parlament.
  • Seit 2004 ist sie ständiges Mitglied in der EP-Delegation für die Beziehungen zur Volksrepublik China. Hier thematisiert sie vornehmlich Umweltfragen und Menschenrechte.
  • 2006 wurde Eva Lichtenberger als stellvertretende Fraktionsvorsitzende in den Vorstand der Grünen/EFA gewählt. 2009 wurde sie auf weitere zweieinhalb Jahre bestätigt.
  • Seit 2009 ist sie als stellvertretendes Mitglied der EU-US Delegation und hier auf die Themen Freiheit im Internet sowie Daten- und globalen Klimaschutz spezialisiert.
Wo konnte ich am meisten bewegen?
Auf landespolitischer Ebene waren besondere Erfolgserlebnisse: Tirols Einstieg in die ökologische Abfallwirtschaft, die Novellierung der Bauordnung, die Erstellung eines Gewässerkatasters und Vorzeigeprojekte beim ökologischen Flussbaus, wie die Großache oder der Alperschonerbach. Auf EU-Ebene konnte die Schlacht gegen die Patentierbarkeit von Software gewonnen werden. Das EU-Parlament lehnte am 6. Juli 2005 die Richtlinie des Ministerrats mit überwältigender Mehrheit ab. Die Richtlinie hätte Patente auf reine Computerprogramme ermöglicht und vor allem den klein- und mittelständischen Bereich geschädigt. Nicht zuletzt ist es damit gelungen alle aktiven Entwickler freier Software und deren Umfeld für Europapolitik zu sensibilisieren.
Hat es eine Frau schwerer als ein Mann?
Die politische Arena ist ein sehr männlich geprägtes System, indem Frauen immer noch eine Ausnahme darstellen. So bekam ich als EU-Abgeordnete schon offizielle Einladungen wo "Eva Lichtenberger mit Gemahlin" draufstand. Vor allem am Beginn einer politischen Karriere muss man als Frau immer noch doppelt so gut sein, um überhaupt einen Fuß in die Türe zu bekommen. Gleichzeitig wird man viel nach dem Aussehen beurteilt: Ist man zu attraktiv, wird man in die Barbieabteilung gesteckt, ist das Gegenteil der Fall, dann wird man mitleidig beäugt. Ein Vorteil ist meines Erachtens, dass Frauen sich weniger mit "Gockelkämpfen" aufhalten und eher auf männliche Symbolpolitik verzichten.
Worauf bin ich beruflich besonders stolz?
Anfang der 1990er wurde im Tiroler Landtag die Verkehrsfrage besonders kontrovers diskutiert. Auch die Bevölkerung war durch die steigenden Unfallzahlen alarmiert, sodass auf Initiative der Schönberger Gruppe alle weiblichen Landtagsabgeordneten zu einer Verkehrspodiumsdiskussion eingeladen wurden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Der Antrag auf "Tempo 80 auf Tirols Bundesstraßen" wurde gemeinsam im Landtag eingebracht und mit überraschender Mehrheit verabschiedet. Nach Inkrafttreten sind die Unfallzahlen drastisch (30 %) gesunken. Leider wurde das Gesetz nach drei Jahren vom Verwaltungsgerichtshof wegen eines Verlautbarungsfehlers aufgehoben. Diese Phase der Implementierung hat gezeigt, dass ein Tempolimit Leben retten kann, wohingegen die von Skeptikern prognostizierten Verkehrsstaus ausgeblieben sind.

Eva Privat

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Porträt "Tirolerin" (Teil 1)
Porträt "Tirolerin" (Teil 2)
Porträt "Tirolerin" (Teil 3)
Zeitungsartikel