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Dass China bei der Vergabe der Spiele durch das IOC (Internationale Olympische Komitee) vor sieben Jahren versprochen hatte, freie Berichterstattung zuzulassen, wurde in westlichen Medien schon des Öfteren kritisiert. Es war die vielleicht größte Niederlage der Menschenrechte der globalen Sportveranstaltung, nicht zuletzt weil freie Presse eine Bedingung dafür ist, dass sich auch andere Rahmenbedingungen ändern. Im Gegenteil hat das Regime eher die hurra-patriotische Stimmung der Spiele genutzt, um mit voller Härte gegen Dissidenten vorzugehen, etwa in der Provinz Tibet.
Ein Argument für die Spiele waren die dafür notwendigen Verbesserungen für Infrastruktur und Umwelt. Auch diese Bilanz ist zweifelhaft. Eineinhalb Millionen Bewohner Pekings mussten für die Spiele umgesiedelt werden, um die drei Millionen Wanderarbeiter wurden zu teils haarsträubenden Bedingungen im Bau der Sportstätten eingesetzt. Auch diejenigen, die argumentieren dass diese Arbeitsplätze das Leben der ländlichen Wanderarbeiter verbessert hat, werden zugeben müssen, dass unwürdige Bedingungen auch dann unwürdig bleiben, wenn sie noch unwürdigere Bedingungen ersetzen.
Die saubere Luft, die den Sportlern in Peking versprochen wurde, war ebenfalls nur Makulatur. Statt im Laufe der Jahre in Infrastruktur zu investieren, wurde ein Teil der Stadt einfach „heruntergefahren“, während der Olympia-Zirkus gastierte. „Kleine Umweltsünden“ umfassen das abzweigen von 200 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Dürreprovinz Hebei, um die Rasen vor den Spielstätten zu bewässern!
Eine drastische Auswirkung der Spiele ist auch das neue, titanische Selbstbewusstseins in China im Umgang mit der Welt. Westliche Firmen machten gerne ihren Sponsorenhals lang, um sich besonders tief vor den Machthabern in Peking verbeugen zu können. Zugleich kamen die Staatschefs von Frankreich bis Amerika, um vor dem Präsidenten Hu Jingtao den Kotau zu machen. Wenn diese Spiele etwas klar gemacht haben, dann das China in Zukunft vor keinen Warnschildern mehr Halt machen wird müssen.