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China
Die Frankfurter Buchmesse kuschelt mit China: vorauseilender Gehorsam?
10.09.2009 18:24
Es war in der Tat kühn, China als Ehrengast der diesjährigen Buchmesse einzuladen. Nun gibt es schon im Vorfeld mächtig Ärger, denn die oberste Zensurbehörde Chinas nahm Anstoß an der Zusammensetzung des Symposiums (12./13. Sept) zum Thema "China und die Welt - Wahrnehmung und Wirklichkeit". Es wurde nicht lange gefackelt: Entweder der Exilautor Bei Ling und die regierungskritische Umweltautorin Dai Qing oder wir. Konkret: die Buchmesse hätte ohne das Gastland China stattgefunden.

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Die erfolgreiche Kraftprobe der chinesischen Regierung ist extrem peinlich und macht der renommierten Buchmesse wenig Ehre. Solche Aktionen zeigen deutlich, dass Demokratie im Westen immer stärker zum Gut wird, das sich hervorragend zum Ausverkauf eignet und immer häufiger wirtschaftspolitischen Interessen zum Opfer fällt.

Eine Buchmesse, die auf politischen Druck Autoren auslädt hat einfach ihr Image als Verteidigerin der Meinungsfreiheit beschädigt. Sie hat keinen Anspruch auf irgendwas was auch nur in der Nähe von Meinungsfreiheit angesiedelt ist. Damit ist ihre jahrelange Tradition, für Rede- und Publikationsfreiheit einzutreten, für immer verwirkt! Es kann nicht angehen, dass die Ansichten von Exilschriftstellen und regimekritischen Autoren in Frankfurt nicht gehört werden.

Die kritische Autorin Dai Qing haben die Chinesen trotzdem nicht abgeschüttelt. Sie reist auf Einladung des deutschen PEN-Zentrums nach Frankfurt und dürfte hier für einigen Wirbel sorgen.

Programm der Frankfurter Buchmesse zum Ehrengast China:
http://www.buchmesse.de/de/fbm/programm/ehrengast/2009/01492/index.html

 

 

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