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Unter dem Banner der „Suche nach Raubkopierern“ dürfen die Konzerne die persönlichen Daten beliebiger Nutzer von den Internetprovidern abrufen. Dies stellt einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der User dar. Für die Perlustrierung eines Internetsurfers wegen Raubkopien soll in Zukunft die Zustimmung eines Gerichtes nicht mehr notwendig sein. Die Verpflichtung zur „Kooperation“ der Internetprovidern mit den Medienfirmen hebelt stillschweigend ein Prinzip der Rechtsstaatlichkeit aus.
Der „strengere Schutz von Copyright“ wird es auch schwieriger machen, neue wissenschaftliche Publikationen gratis im Internet zu veröffentlichen.
Besonders ärgerlich am „Medina-Report“ ist, das er – fast wortgleich – Passagen aus dem Telekom-Paket zur Abstimmung bringt. Diese wurden nach langer Debatte im vergangenen Jahr vom Parlament gestrichen. Der „Medina-Report“ wurde vom Parlamentspräsidium in einer Form eingebracht, die eine Änderung des Textes verunmöglicht. Nun soll das gesamte Parlament über den Text abstimmen, der dem EU-Ministerrat eine Empfehlung ausspricht. Dieser wird diese Vorlage der Industrie wohl bald in ein Gesetz umwandeln. 15-Jährigen, die illegal drei Lieder aus dem Internet heruntergeladen haben, stehen demnächst saftige Klagen ins Haus.