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Verkehr
Flugticketpreise: Schluss mit Lockangeboten
15.07.2008 11:15
Zukünftig wird es den Flugunternehmen nicht mehr möglich sein, versteckte Mehrkosten in Rechnung zu stellen, wie etwa Versicherungen, die der Kunde im Internet erst wegklicken muss oder Scheinsteuern, wie etwa eine Rollstuhltaxe.

Mit dem EP-Beschluss vom 9. Juli 2008 finden endlich die unlauteren Praktiken einiger Fluglinien beim Ticketverkauf ein Ende. Das Parlament hat sich mit großer Mehrheit hinter die Initiative der Grünen gestellt, die von den Luftfahrtgesellschaften verlangte, die definitiven Ticketpreise - einschließlich aller Gebühren, Steuern und Aufschläge - auszuweisen.

In Zukunft können die Reisenden Flugpreise besser vergleichen.  Passagiere müssen bereits bei der Buchung, auch per Internet, über die tatsächlichen Preise und anfallenden Kosten wie Steuern, Flughafen- oder Buchungsgebühren informiert werden. Betroffen sind vor allem Billigflieger mit sehr günstigen Werbe-Angeboten, die sich bei der Buchung als sehr viel teurer herausstellen. In punkto "Irreführung" der Kunden, verwischte der Unterschied zwischen Billigfliegern (Low-Cost-Gesellschaften) und herkömmlichen Fluglinien jedoch immer mehr.

Mit diesem Beschluss wurde endgültig Klarheit und ein hohes Maß an Verbraucherschutz geschaffen. Das Verbot gilt für alle Anbieter in der Europäischen Union. Es darf auch keine "Paket-Angebote" mehr im Internet geben: die Verbraucher sollen die Möglichkeit haben, Zusatzleistungen per Mausklick dem Ticket hinzuzufügen. Für die Mitnahme zusätzlicher Gepäckstücke können die Fluggesellschaften allerdings einen Aufpreis verlangen.

Die Richtlinie wir in der zweiten Jahreshälfte in Kraft treten und so bereits 2008 vielen Urlaubern zugute kommen. Es empfiehlt sich trotzdem eine vorsichtige Prüfung der Angebote. Gesellschaften aus Drittstaaten ohne Sitz in der EU können im Internet weiterhin mit irreführenden Angeboten werben. Die EU-Kommission will ihre Untersuchung der Internet-Angebote bis Mai 2009 abschließen.

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